Gebirgstrachtenverein "Edelweiß" Frankfurt-Nied

Der Gebirgstrachtenverein „Edelweiß“ Ffm.-Nied feiert am 2.,3. und 4. Juli 1960 sein 50 jähriges Vereinsjubiläum, verbunden mit dem Gautrachtenfest des Rhein-Main-Gau. Geburtstage sind Meilensteine am Wege unseres Lebens. Wie früher die Meilensteine an den großen Straßen die Wanderer zur Rast einluden, so soll auch der 50. Meilenstein, der am Wege unseres Trachtenvereins gesetzt ist, uns zu einem besinnlichen Verweilen auffordern. Die Geschichte eines Trachtenvereins ist keine Welt der Reichsgeschichte. Sie spielt sich mehr in familiären Bezirken ab. Darum ist sie auch nicht da, dass man aus ihr lernen soll, sie soll uns lediglich erzählen, wie es kam. Wir wollen in ihr die Wurzeln erkennen, die der Gemeinschaft des Trachtenvereins seit 50 Jahren und darüber, die Kräfte zutrugen, die den Verein bei seiner Geburt nährten und noch heute nähren und das, so Gott will, noch viele Jahre tun werden. Ein großes Wort und nicht ganz ungefährlich, denn kurz umrissen sind die nährenden Kräfte unseres und aller Trachtenvereine das deutsche Volksgut, das volkstümliche Lied und Tanz, die große Aufgabe ihrer Pflege. In Zeiten jedoch, die wie die unsrigen, geistige Umbrüche bringen wie wenige zuvor, ist unser Volksgut immer gefährdet, ja auch umstritten. Doch wie sich das Volkstum als starker zählebiger Baum erwiesen hat, der aller Zeiten Stürme trotzte, so wird es auch weiterleben mit allen seinen Trachtenschwestern und Trachtenbrüdern, die zu hüten und pflegen uns Heutigen am Herzen liegt. Nur: wir müssen sie pflegen und hüten, sonst gehen wir verloren. In 50 Jahren haben heimatliebende Menschen etwas geschaffen, was man sich heute nicht mehr wegdenken kann. Ein Verein, der die heimatlichen Bräuche und die Liebe zum Oberland in diesem Maße vertritt, wie es die „Edelweißer“ tun, hat wirklich einen ehrlichen Grund dazu, einmal in voller Blüte vor die Öffentlichkeit gestellt zu werden.

Im April 1910 wurde im Gasthaus „Zum Taunus“ mit dem Motto „Treu dem guten alten Brauch“ der Gebirgstrachtenverein „Edelweiß“-Nied, ins Leben gerufen. 11 Mitglieder schlossen sich um den Gründer Mathias Schwarzenlander, genannt der Gemsenlanz. Als Tracht wählte man die Schlierseer Tracht, die bis heute noch Vereinstracht ist. Als Vereinsgruß führte man „Grüß Gott“ und als Tischgruß „Gsund sama“ ein. 

Schon im Herbst 1910 fand das erste große Fest statt, das dank des Patenvereins dieses Festes „Alpenrose Aschaffenburg“ zum ersten großen Erfolg wurde. Wöchentlich hielt man eine Plattlerstunde und jeden Monat eine Versammlung ab. 1914 kam der erste Weltkrieg und nahm sechs Trachtenbrüdern das Leben, darunter auch den Gründer Mathias Schwarzenlander. Nach dem ersten Weltkrieg ging es wieder weiter und der Verein kam wieder zu vollen Blüte. Unzählige Preise holten sich unsere weit und breit bekannten Plattler, in nah und fern. 1939, als wieder schwarze Wolken aufzogen, kam der zweite Weltkrieg, der furchtbarste aller Kriege. Wiederum fielen wieder viele für ihre geliebte Heimat. Aber schon 1948 fanden sich wackere Männer, die den Verein wieder zusammenriefen und zu dem machten, was er heute ist. Viele Stunden, Tage und Nächte opferten unsere Vereinsmitglieder. Unermüdlich wurde der Verein wieder sauber und stark aufgebaut. Ehrevorstand Sepp Fischer, der jetzige Vorstand Thomas Pillinger, sowie die Ehrenmitglieder Hans Boxeitner, dessen unermüdliche Gattin, 73 jährig, und jetzt noch aktive Trachtlerin, Nandl Boxleitner, Irgang Sepp und viele andere, waren immer stets die Pioniere des überall weit und breit und beliebten Trachtenvereins, der nicht nur im Rhein-Main-Gau, sondern im ganzen Bundesgebiet als wirklich gute, sauberer Plattlerverein gilt.

Bundesweit ist die Kindertrachtengruppe, die in der Lage ist, überall wo es sein mag, aufzutreten, und sich großes Lob und Anerkennung wirklich verdient macht.

Willy Laumer, 1. Schriftführer