Am 29.11.1990 trafen sich in Ludwigshafen/Rhein 31 Trachtler und Trachtlerinnen zu einer Gründungsversammlung. In dieser Versammlung wurde beschlossen, den neuen Verein zur Erhaltung und Pflege des bayrischen Brauchtums „G.T.E.V Edelweiß“ zu nennen. Die meisten der Mitglieder hatten bereits reichlich Erfahrung im Trachtentum, das sie früher einem Verein angehörten. Die erste Vorstandschaft wurde gewählt. Diese setzte sich wie folgt zusammen:
1. Vorstand Michael
Gally
2. Vorstand Karl-Heinz
Heger
1.
Vorplattler Hans-Jürgen Mendel
2.
Vorplattler Thorsten Fath
Schriftführer Maria
Egi
Kassier
Babara
Gally
Von Anfang an wurden regelmäßig Proben für die Aktivität im
Keller der Erich-Kästner-Schule (nachfolgend EKS) abgehalten. Eines der ersten
großen Ziele des Vereins war es, einen geeigneten Raum für Proben und
Vereinsabende zu finden. Der 2. Vorstand,
Karl-Heinz Heger, der Hausmeister in der EKS ist, ermöglichte es, beim
Schulverwaltungsamt einen Antrag einzubringen, durch den dem Verein nach der
Genehmigung ein Raum in dieser Schule zur Verfügung gestellt wurde. Großzügige
Sach- und Geldspenden und viele harte Arbeitsstunden verwandelten das ehemalig
Möbellager der EKS in einen wunderschönen Vereinsraum.
Im Frühjahr 1991 begannen auch bereits die Proben der „Goaßlschnalzer“-Gruppe, die auch acht aktiven Buam besteht.
Dem Rhein-Main-Gau lag zu Frühjahrsversammlung am 10. März 1991 ein Antrag vor, in dem „Edelweiß Ludwigshafen“ um die Aufnahme in den Gauverband bat. Diese Entscheidung wurde jedoch auf die Spätjahresversammlung verschoben, da sich der noch sehr junge Verein zunächst bewähren sollte. Dies wiederum war für die „Edelweißer“ überhaupt kein Problem. Innerhalb kürzester Zeit war es möglich, neue Trachten anzuschaffen, um sich im Äußeren vom „alten Verein“ zu unterscheiden. Ebenso wurden sämtliche Utensilien für Figurentänze (Sterne, Kronen, Sägen etc.) gekauft bzw. gestiftet.
Der erste öffentliche Auftritt war beim Bockbierfest des Brudervereins „Alpenrose Heppenheim“. Beim Gaufest am 30. Juni 1991 in Waldaschaff konnte der Verein bereits mit elf aktiven Paaren und zahlreichen passiven Mitgliedern teilnehmen, sich am traditionellen Umzug und an den Ehrentänzen beteiligen.
Das nächste große Ereignis war die Einweihung des neuen Vereinsraumes am 3. August 1991, bei der sich namhafte Persönlichkeiten aus der Ludwigshafener Politik die Ehre gaben.
Die Mundpropaganda lief auf vollen Touren, sodass der Verein über mehrere Monate mit Auftritten voll ausgebucht war.
Ende Oktober 1991 besuchte im Rahmen einer Projektwoche eine Schulklasse die wöchentliche Aktivenprobe. Die Kinder, deren Eltern und Lehrer waren so begeistert, dass viele spontan dem Verein beitraten. Und plötzlich gab es eine Jugendgruppe mit anfangs zwölf Kindern im Alter von 4 – 11 Jahren, bei vielen der „Kleinen“ war von Anfang an eine große Begabung zu erkennen und da mit Begeisterung weiter geprobt wird, scheint die Zukunft des Vereins in punkto Nachwuchs gesichert zu sein.
Mit Spannung sahen die „edelweißer“ dem 17. November 1991
entgegen. An diesem Tag sollte in der Gau-Spätjahresversammlung die große
Entscheidung fallen. Und sie fiel tatsächlich. Der G.T.E.V. Edelweiß
Ludwigshafen wurde in den Rhein-Main-Gau aufgenommen. Dies wurde natürlich
gebührend gefeiert, denn den Aktivitäten waren nunmehr keine Grenzen mehr
gesetzt. So z. B. die Teilnahme am
Gau-Einzel- und Gruppenpreisplattln im April 1992. acht aktive Mitglieder
nahmen daran teil und errangen in den verschiedenen Kategorien insgesamt sieben
Plätze unter den ersten zehn.
Am 20. Juni 1992 war die Jugend vollständig eingekleidet und hatten ihren ersten öffentlichen Auftritt. Fortan war die Jugend immer mehr gefragt und das enorme Engagement wurde im Juli 1992 mit einem dreitägigen Jugendzeltlager belohnt.
Der Verein wuchs beständig. Im Mai 1992 beschlossen 89 Mitglieder die Anschaffung einer Vereinsfahne. Eine weitere große Herausforderung, die über viele Monate den ganzen Verein in Atem hielt. Viel Arbeit, Organisation und viele Ausschusssitzungen wurden durch die Fahnenweihe am 5. und 6. Juni 1993 belohnt. Der Bruderverein „Burgfreunde Pirmasens“ übernahm mit Freude die Patenschaft. Damit war der bisher größte Meilenstein der Geschichte des „Edelweiß Ludwigshafen“ gesetzt.
Inzwischen zählt man beim „Edelweiß“ über hundert Mitglieder, wovon rund fünfzig „Aktive“ und mehr als zwanzig Jugendliche ein großes Repertoire an Schuhplattlern und Figurentänzen beherrschten.
Der Verein hat also in der sehr kurzen Zeit des Bestehens
schon viel erlebt und erreicht. Das lässt auf eine positive Zukunft mit vielen
großen Ereignissen hoffen.