Volks- und Gebirgstrachtenverein „Adler“ Mainaschaff e.V. 1926

Gründung

Der Verein wurde am 15. November 1926 von Phillipp Fecher, Georg Herzog, Hans Reis, Max Roth, Martin Rüfner, Michael Lang, Heinrich Hauck, Peter Hauck und Leo Herrmann als Wanderverein gegründet. Sie gaben ihm den Namen

„Wandergruppe Adler“

Die Gründer wollten keinen Großverein aufziehen, denn laut Satzung war die Mitgliederzahl auf 30 beschränkt.

Ziel des Vereins war es, durch wandern die Heimat kennen zu lernen und dabei die Geselligkeit zu pflegen.

Eine Schrammel- Musikkappelle, bestehend aus Mandolinen, Geigen und Gitarren sorgte bei Wanderungen und sonstigen Vereinsveranstaltungen für Stimmung und Unterhaltung.

Spaltung des Vereins

Anfang 1930 führten Differenzen in der Vorstandschaft zur Spaltung des Vereins. Bei einer außerordentlichen Generalversammlung am 14. Februar 1930 entschieden sich 13 der anwesenden Mitglieder für das Fortbestehen des Vereins. Der Rest gründete einen neuen Verein.

Die Wandergruppe „Adler“ ging zwar mitgliedermäßig geschwächt, aber innerlich gefestigt aus dieser Versammlung hervor.

Gründung der Trachtengruppe

Diesen Mitgliedern war es auch zu verdanken, dass bei einem Theaterabend am 3. November 1930 erstmals eine eigene Theatergruppe auftreten konnte. Die Darbietung dieser Gruppe wurde mit reichem Beifall bedacht und erweckten das Interesse an der Trachtensache, sodass neben dem Wandern nun hauptsächlich die Trachtensache gefördert und gepflegt wurde. Der Verein machte sich den Wahlspruch zu eigen,

„Treu der Sitt – Treu der Tracht – treu der Heimat“

 

1. Vereinsfest

Am 3. Mai 1931 wurde das 5 jährige Stiftungsfest gefeiert, welches ein voller Erfolg wurde.

Namensänderung

Eine außerordentliche  Generalversammlung am 14. April 1934 beschloss, sich mehr der Trachtensache zu widmen und der seitherige Name Wandergruppe „Adler“ wurde in Gebirgstrachtenverein „Adler“ Mainaschaff geändert. Der Verein trat dem Reichsverband der Heimat- und Volkstrachtenvereine bei und wurde dem Rhein‑Main‑Gau zugeteilt.

Als Bekleidung wurde die Miesbacher Tracht eingeführt.

Durch die fortschreitende Umwandlung in einen Trachtenverein konnte ein reger Zustrom neuer Mitglieder verzeichnet werden, zumal die Beschränkung auf 30 Mitglieder stillschweigend übergangen wurde.

Neuaufbau nach dem 2. Weltkrieg

Während des zweiten Weltkrieges von 1939 bis 1945 ruhte die Vereinstätigkeit. Doch schon gleich nach dem Kriegsende begannen einige beherzte Mitglieder mit der Aufbauarbeit und erreichten am 11. Oktober 1947 die Lizenzierung des Vereins durch die amerikanische Militärregierung.

Da der Krieg auch in den Reihen unserer Aktiven große Lücken hinterlassen hatten, versuchte man mit dem Aufbau einer Jugendgruppe das Vereinsleben zu aktivieren und hatte mit dieser Idee vollen Erfolg. Diese Gruppe war in den späteren Jahren sehr erfolgreich und bildete das Fundament für eine nachfolgende aktive Gruppe.

25 Jahre Adler

Das am 14. und 15. Juli 1951 begangene 25 jährige Stiftungsfest vereinigte eine große Anzahl Trachtlerinnen und Trachtler in Mainaschaff. Dieses Fest befriedigte in jeder Hinsicht und der Name „Adler“ Mainschaff bekam in Trachtenkreisen immer mehr Achtung.

Fahnenweihe

Dank der Opferbereitschaft der Mitglieder war es dem Verein möglich, sich eine Fahne anzuschaffen, welche am 12. Juni 1955 geweiht wurde. Dieses Fest fand in Verbindung mit einem Gaufest des Rhein-Main-Gaues statt und erstreckte sich über 3 Tage.

Der Erfolg war überwältigend.

Patenschaft bei Holzhacker Faulbach

Gerne kamen wir der Bitte unseres Brudervereines „Holzhacker“ Faulbach nach und übernahmen bei deren Fahnenweihe 1962 die Patenschaft. Damit wurde die gute kameradschaftliche Verbundenheit zwischen beiden Vereinen weiter vertieft.

1. Gaujugendtreffen

Am 29. und 30. Juni 1963 richtete unser Verein das Gau – Jugendtreffen des Rhein‑Main-Gaues aus. Auf Grund mustergültiger Organisation war der Veranstaltung ein voller Erfolg beschieden.

Namensänderung in Volks- u. Gebirgstrachtenverein

Da die Vorstandschaft bestrebt war, die bodenständige Tracht einzuführen, wurde auf Beschluss der Generalversammlung vom 3. November 1962 der Vereinsname in Volks- und Gebirgstrachtenverein „Adler“ Mainaschaff geändert. Gleichzeitig wurde die Einragung in das Vereinsregister beim Amtsgericht Aschaffenburg beantragt, welche am 30. Mai 1963 vollzogen wurde.

Gründung einer Volkstanzgruppe

Diesen Bestrebungen war beim 40 jährigen Gründungsfest vom 23. bis 26. Juni 1967 ein erster Erfolg beschieden, da an den Festtagen erstmals 2 Paare aus unserem Verein, in erneuerter Spessarttracht auftraten. Maria und Willi Wenzel sowie Gabi Weitz geb. Schwarz und Wolfgang Matthias waren die Trachtenträger.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten entwickelte sich hieraus eine starke Gruppe, welche schon nach kurzer Zeit bei Preistänzen siegreich war.

Kartoffelbraten

Seit 1969 veranstaltet der Verein am zweiten Wochenende im September ein Kartoffelbraten. Es wurde zum festen Bestandteil im Mainaschaffer Veranstaltungskalender.

2. Gaujugendtreffen

Vom 5. bis 7. Juni 1971 führte unser Verein zum zweiten Mal das Gaujugendtreffen durch, welches ebenfalls erfolgreich verlief.

Maibaumaufstellung

Seinem Auftrag gemäß „Sott und Tracht der Alten zu erhalten“ stellt der Verein seit 1974 alljährlich am 1. Mai einen Maibaum auf dem Ankerplatz vor dem Rathaus auf, welcher ob seiner bunten Figuren zu den schönsten im Kreis Aschaffenburg zählt.

50 Jahre Adler

Wohl das größte Ereignis in der seitherigen Vereinsgeschichte war das 50 jährige Stiftungsfest vom 5. bis 7. Juni 1973, welches mit dem Gaufest des Rhein-Main-Gaues verbunden war. In einem 5.000 Personenzelt wurde an diesen 3 Tagen ein Programm abgespult das keine Wünsche offen lies.

Patenschaft für Malkotscher

An Pfingsten 1980 feierste der Malkotscher Heimatverein Mainaschaff seine Fahnenweihe. Da wir schon lange in Freundschaft verbunden sind, übernahmen wir gerne die Patenschaft.

Gründung einer Stub’nmusi

Ein neuer Meilenstein wurde 1984 mit der Gründung einer Stub’nmusi mit Dreigesang gesetzt. Diese Gruppe wurde in den folgenden Jahren weit über die Grenzen ihres Heimatgebietes bekannt.

65 Jahre Adler

Nachdem es dem Verein wegen Sperrung des Festplatzes und den Abriss der Maintalhalle im Jahre 1986 nicht möglich war, sein 60. Wiegenfest zu feiern, wurde die 65. Wiederkehr der Vereinsgründung, am 19. Oktober 1991, mit einem Heimatabend in der neuerbauten Maintalhalle gefeiert.

In der mit über 700 Gästen vollbesetzten Halle, wickelte sich ein dreistündiges, abwechslungsreiches Programm ab, das alle Besucher restlos begeisterte.

An diesem Abend stellte unsere Stubnmusi und der Dreigesang ihre erste eigene Musikkassette vor, welche reisenden Absatz fand.

Am Anfang der 90er Jahre hatte der Verein seinen größten Boom in der Jugendarbeit. Auf über 30 Jugendliche konnte man damals stolz sein. Leider hat auch hier der Zahn der Zeit genagt wie in den meisten Vereinen.

Besuch des 1. Gesamtdeutschen Bundestrachtentreffen

Am 17. Juli 1994 besuchten wir das 1. Gesamtdeutsche Bundestrachtentreffen nach der Wiedervereinigung 1990, in Wechmar/Thüringen, an welchem Trachtlerinnen und Trachtler aus Brasilien, der Ukraine, Tschechien, der Slowakei, Polen, Griechenland, Litauen, Lettland und der Schweiz teilnahmen.

Unsere Aktiven waren von diesem Fest begeistert. Ein großartiges Erlebnis.

20 Jahre Freundschaft mit Trachtenvereinen Gelldorf

Zur 777 Jahrfeier der Gemeinde Gelldorf, Kreis Schaumburg/Lippe, am 26. und 27. August 1995, bekamen wir seitens der Gemeinde eine Einladung zur Teilnahme. Anlass hierfür war unsere Freundschaft mit dem dortigen Trachtenverein, welche bereits seit 20 Jahren Bestand hat.

Es waren wie immer zwei unvergessliche Tage.

Adler unter neuer Führung

Bei der Generalversammlung am 11. November 1995 gab es einen Führungswechsel an der Spitze der Vorstandschaft. Der bisherige 1. Vorsitzende, Fridolin Duttine, welcher seit nunmehr  Jahren den Verein führte, stellte sich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zur Wahl.

Zum neuen Vorsitzenden wählte die Generalversammlung den seitherigen 2. Vorsitzenden Alfred Weitz.

70 Jahre Adler mit 15. Sänger- und Musikantentreffen

Am 26. Oktober 1996 feierten wir unser 70 jähriges Vereinsjubiläum, verbunden mit dem 15. Sänger- und Musikantentreffen, welches zum ersten Mal in Mainaschaff stattfand, mit einem großen Heimatabend in der Maintalhalle.

18 volks- und Gebirgstrachtenvereine aus Nah und Fern, sowie 10 Gesangs-, Musik-, und Glockenspielgruppen haben diesen Abend zu einem großen Erfolg werden lassen.

Vereinsheim erstrahlt in neuem Glanz

Am 2. November 1997 erstrahlte unser Vereinsheim in der „Alten Schule“ nach einer gründlichen Renovierung im „Neuen Glanz“.

Prominenz aus Politik, Wirtschaft und Kirche gaben siech bei der feierlichen Einweihung die Ehre.

Mit einem Tag der „Offenen Tür“ wurde dieser Tag begangen. Eine große Anzahl der Einwohner Mainaschaffs zeigte ihre Verbundenheit zum Vereinsleben mit ihrem Besuch.

Großer Heimatabend zum 75 jährigen Vereinsjubiläum

Unser 75 jähriges Vereinsjubiläum feierten wir am 20. Oktober 2001 mit einem großen Heimatabend in der wiederum vollbesetzten Maintalhalle.

17 Trachtenvereine konnten wir an diesem Abend als unsere Gäste begrüßen. Auch die Mainaschaffer Bevölkerung war zahlreich anwesend.

Ein schöner, gelungener Abend, welcher beinahe tragisch geendet hätte, denn bei unserem abschließenden Knappentanz wäre fast ein Brand entstanden. Doch das beherzte Eingreifen unserer Aktiven verhinderte schlimmeres.